Wie Poschmann vor dem Stimmbruch

Claudia Neumann kommentiert Spiele der Frauenfußball-WM

Neumann klingt wie Poschmann - Foto: Lewohn (Screenshot ZDF)

Neumann klingt wie Poschmann - Foto: Lewohn (Screenshot ZDF)

Viersen (OPEN REPORT-kpl). Es ist inzwischen 38 Jahre her, dass Carmen Thomas als erste Frau das Aktuelle Sportstudio moderieren durfte. In ihrer zweiten Sendeung verlas sie selbst den Verriss, den die «Bild»-Zeitung peinlicherweise schon im Voraus geschrieben hatte. Unsterblich aber wurde sie ein halbes Jahr später durch ihren Schalke 05-Versprecher. Jetzt erst schickt das ZDF eine Frau als Kommentatorin für Fußballspiele ins Rennen; sicherheitshalber erstmal für Spiele der Frauenfußball-Weltmeisterschaft.

Die dafür auserwählte Journalistin Claudia Neumann allerdings hört sich an wie Wolf-Dieter Poschmann vor dem Stimmbruch. Schon das Original geht mit seiner eigenwilligen Sprachmelodie auf die Nerven, die Kopie darum nicht minder. Außerdem hat es den Anschein, als habe Neumann hunderte von Textbausteinen auf Band gesporchen, die dann sicherheitshalber schon vor der Übertragung zusammengeschnitten wurden. Folglich fehlt denn auch oft der Berzug zum aktuellen Spielgeschehen, und wesentliche Ereignisse bleiben einfach unerwähnt.

Dafür wimmelt es im Kommentar von Floskeln und abgedroschenen Redewendungen, was allerdings keine geschlechtsspezifische Angewohnheit in der Zunft ist. Immerhin stellt sich fast zwangsläufig die Frage, ob sich für das lobenswerte Projekt der Integration von Frauen auch in die Fußball-Berichterstattung nicht eine bessere Lösung hätte finden lassen. Bestimmt sogar. Ist jedenfalls zu hoffen.

 

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