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    Immer öfter werde ich von jungen Frauen darum gebeten, mich auszuziehen: Erfahrungsbericht über die Anziehungskraft adipöser Altmännerkörper.

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    Das war vielleicht ein Akt! Über ein Jahr habe ich gebraucht, um den (manche sagen auch „das“) Relaunch von fair-NEWS umzusetzen. Allein das Kopieren der Pressemitteilungen dauerte 6 Wochen. Und dann crashte auch noch die Datenbank.

    Vor mehr als einem Jahr begann ich damit, das Presseportal fair-NEWS neu aufzusetzen. fair-NEWS läuft schon seit 2008. Es gibt mehrere Hundert frei nutzbare Presseportale in Deutschland, also solche, bei denen man für die Verbreitung seiner Pressemitteilung nichts zahlen muss. fair-NEWS rangiert nach der Beurteilung einiger, die die Szene beobachten und / oder darüber bloggen, ungefähr auf Platz 5.

    Immerhin. Es hatten ja auch inzwischen über 65 000 Nutzer rund eine Million Pressemitteilungen über das Portal publiziert. Und damit begann das Problem, als ich Anfang vergangenen Jahres damit begann, gegen das ursprüngliche, in die Jahre gekommene „Look And Feel“ allergisch zu werden. Obwohl (vielleicht auch weil) ich das gesamte Portal selbst entwickelt, gecodet und designed hatte, gefiel es mir immer weniger.

    Im Netz wimmelt es von modernen, ansprechenden, manchmal richtig schönen Websites, die mich regelrecht neidisch werden ließen. Klar war, dass ich es mir nicht noch einmal antun würde, den gesamten Quellcode neu zu schreiben. Also legte ich mich rasch darauf fest, dass es eine WordPress-Installation werden würde. WordPress kenne ich schon, habe einige Blogs und Portale (auch diese Website) schon damit ausgestattet und dachte, dass ich nicht das Rad neu erfinden muss. 

    Wie sich herausstellte, hätte eine „Self-Made-Lösung“ vermutlich auch nicht mehr Zeit erfordert. Denn ich musste, um die speziellen Lösungen für das Presseportal zu finden, doch tiefer in den WordPress-Codex einsteigen, als mir lieb war.

    Es musste eine neue Datenbank her, die WordPress bei der Installation automatisch generiert. Die alten Tabellen waren niicht mehr zu verwenden, aber die Inhalte wurden natürlich benötigt. Mit einem Plugin zum Import von Artikeln (in WordPress sind das „Posts“) begann ich die Datenübertragung.

    Mein PC lief dann im Dauerbetrieb, ebenso der Server. Sechs Wochen (!!!) dauerte die Aktion, dann waren 1 Mio. Datensätze überspielt. Mit Kodierungsfehlern, zum Teil, mit einigen Verlusten, leider. Danach war das Kopieren der 65 000 Autoren bzw. Herausgeber der Pressemitteilungen gar nichts.

    Zugleich begann die Einrichtung und Gestaltung der neuen Website. Zahlreiche Themes, also Design-Vorlagen, mussten ausprobiert werden, bis ich dann endlich vorgestern dasjenige fand, das weder den Server einknicken ließ noch meinen Browser in die Knie zwang. Es ist eine kostenlos verfügbare Version von „Clean Journal“, nachdem ich erstmal 60 $ für die Bezahlversion ausgegeben hatte, die aber so mit Schnickschnack-Funktionen überladen ist, dass sie mit meinen großen Datenbeständen viel zu viel Arbeitsspeicher braucht und ständig 500er Serverfehler produzierte. Ohnehin hatte ich ein halbes Dutzend kostenpflichtige Themes ausprobiert, die nicht zu gebrauchen waren.

    Ähnliches gilt für die Plugins. Ungefähr 55 davon sind jetzt im Einsatz. Zehn weitere habe ich selbst gebastelt für Aufgaben, die so spezifisch sind, dass es keine „fertigen“ Lösungen für sie gibt.

    Wichtig war ein wirkungsvolles Cache-System. Das „alte“ hatte ich selbst gecodet – übrigens ohne zu wissen, was Caching eigentlich ist oder jemals etwas darüber gelernt zu haben. Und es hat bis jetzt wunderbar funktioniert. Jetzt ist „WP Rocket“ im Einsatz – nachdem ich zuvor „WP Fastest Cache“ und andere getestet hatte. Und seit neuestem gibt es eine Verknüpfung zur CDN-Cloud von Cloudflar. Sind beide Chaches gefüllt, ist die Website sauschnell, aber so was von sauschnell! Google Pagespeed hat der Desktop-Version auf Anhieb 80 von 100 Punkten gegeben!

    Über Monate habe ich also beständig an der WordPress-Installation gearbeitet, außerdem alle meine Websites auf HTTPS_VVerschlüsselung umgestellt, einen neuen Server mit SSD-Speicher angemietet und in Betrieb genommen, alles ging seinen (behäbigen) Gang. Bis Dienstag.

    Am Dienstag habe ich die neue Website online gestellt. Und am Dienstag crashte die Datenbank. Das bedeutet: Sie war irreparabel beschädigt, auch die Backups seit dem 10. Oktober. Nach anderthalb Tagen Offline-Zeit haben die Techniker bei Hetzner (dort steht mein Mietserver) eine neue MySQL-Version installiert. Seit gestern läuft wieder alles, und seit gestern ist fair-NEWS in neuem Gewand, mit neuer Technik zu bestaunen. Geschafft!

    Und jetzt nix wie hin zu https://www.fair-news.de.

    So, das war’s also. Die Groß-Koalitionäre büßten massiv Wählerstimmen ein, die an FDP und AfD gingen. Die FDP ist wieder da – obwohl sie kaum jemand vermisst hatte. Die Rechtspopulisten wurden sogar drittstärkste Kraft und ziehen mit fast einer Hundertschaft in den neuen Bundestag ein. 

    So sehr viele gerade darüber schockiert sind: Überraschend ist es nun wirklich nicht. Das Ergebnis entspricht vielmehr in etwa dem der Umfrage von Infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend aus dem Dezember vergangenen Jahres. Man wusste, was kommen würde.

    Und es ist nicht der Weltuntergang. Ob österreichische FPÖ, französischer Front National, italienische Lega Nord, niederländische Partei für die Freiheit oder andere: Rechtspopulisten in vielen europäischen Ländern finden durchweg mehr Zustimmung bei den Wählern als die deutsche AfD

    Es ist nur schwer zu verstehen, warum die Große Koalition so deutlich abgestraft wurde – hatte sie doch für beinahe jeden ein Bonbon parat. Es gab den Mindestlohn und die Rente mit 63, eine Besserstellung für Mütter und für Arbeitsunfähige, um nur einige zu nennen. Zugegeben: Die Bayern steuerten einigen Nonsens bei, siehe Herdprämie oder PKW-Maut. Die Flüchtlingszahlen sind auch nicht mehr dramatisch. Warum also erhielten CDU und SPD vierzehn Prozent weniger als 2013?

    Die größte Aufregung über die Regierungspolitik zum Themenbereich der Zuwanderer herrscht dort, wo die wenigsten leben: Im Osten Deutschlands. In Sachsen wurde die AfD stärkste Kraft. Und in den westlichen Bundesländern, deren Bevölkerung es doch angeblich am besten geht, bekam sie über zwölf Prozent: In Bayern und Baden Württemberg. Prompt kündigt die CSU an, sich rechts nicht mehr überholen lassen zu wollen. Alles schon mal da gewesen. Und wenig Erfolg versprechend, weil im Zweifel das „Original“ gewählt wird. Der Verzicht auf eigene Standpunkte bei gleichzeitigem Plagiieren fremder Inhalte ist im Grunde genommen eine politische Dummheit. 

    Es muss also andere Gründe für die Verunsicherung geben, die viele Wähler erfasst hat. Die Angst vor Überfremdung, Kriminalität und Terrorismus spielt eine Rolle. Diese ist nicht durch Tatsachen und Zahlen zu erklären, wohl aber durch die Form der Berichterstattung und die Verarbeitung in sozialen Medien.

    Vor allem die Globalisierung erscheint vielen als diffuse Bedrohung. Das liegt an der Komplexität dieser Entwicklung, die kaum jemand wirklich durchdringt. Als scheinbar einzige Lösung wird die Abschottung gesehen, also das Verschanzen hinter den Landesgrenzen, die Verherrlichung nationaler Ideologien, die Verteufelung alles Fremden. Wer sich selbst gering geschätzt fühlt, entwickelt leicht ein Überlegenheitsgefühl gegenüber Minderheiten und beteiligt sich an deren Ausgrenzung.

    Dass es, wie am Beispiel der Globalisierung besonders deutlich wird, keine einfachen Antworten auf sehr komplexe Fragestellungen gibt, machen sich Populisten zunutze – mit Erfolg, wie man sieht. Die AfD arbeitet mit einfachen, eingängigen Parolen, die unvollständige, falsche oder frei erfundene Fakten als Grundlage benutzen. Auch Verschwörungstheorien werden gern verwendet oder selbst in die Welt gesetzt. Und es ist wiederum die komplexe Sachlage, die verhindert, dass derartige Propaganda als solche erkannt wird.

    Es ist zu erwarten, dass die AfD-Abgeordneten im Bundestag ihr bisheriges Verhalten beibehalten werden, also provozieren, beleidigen und lügen, dass sich die Balken biegen. Brauchbare Lösungsansätze sind von ihnen nicht zu erwarten. Die anderen Parteien haben die Aufgabe, all dies aufzudecken und dagegen vorzugehen, was eine völlig neue Grundstimmung in das Parlament tragen kann. Genau das haben offenbar über zwölf Prozent der Wähler gewollt.

    Was bleibt, ist die, allerdings auch Mut machende, Erkenntnis: Die AfD-Anhänger sind nicht das Volk. Über siebenundachtzig Prozent haben die AfD nicht gewählt.

     

    Mag sein, dass ich da etwas merkwürdig reagiere. Auf jeden Fall kann ich den Wortbeiträgen von Martin Schulz (SPD) schon deshalb nichts Staatstragendes abgewinnen, weil er sein Öcher Platt nicht zu Gunsten einer neutraleren, sprich: hochdeutschen Sprechweise in den Griff bekommt. Es fällt mir einfach schwer, jemand mit so einem lustigen Dialekt wirklich ernst zu nehmen.

    Wenn er aber noch einmal irgendwas von „hacht achbeitenden Menschen“ faselt, werfe ich garantiert Gegenstände in den Fernseher, vermutlich meine Schlappen (die sind erfahrungsgemäß mattscheibenschonend). Wegen dem Öcher Platt zum einen, wegen der Inhaltsleere seiner Wortblasen zum anderen.

    Da liegt nämlich das Problem: Er wollte eine Gerechtigkeitsdebatte lostreten – und ist auf dem Schoß von Angela Merkel (CDU) gelandet. Offenbar bin ich nicht der Einzige, der ihm seine Worthülsen nicht abkauft. Es klingt halt alles nach Blabla, und selbst das unterscheidet sich kaum von dem, was die CDU absondert. 

    Martin Schulz hat es einfach versäumt, eine Diskussion über die wirklichen Probleme anzustoßen. Warum haben 40 Prozent der Haushalte heute ein geringeres Einkommen als vor 15 Jahren? Warum müssen 40 Prozent der Haushalte mehr als ein Drittel ihres Einkommens für die Kaltmiete bezahlen? Wo ist mal eine seriöse Berechnung zum Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“? Oder ein engagiertes Plädoyer für eine detailliert ausgearbeitete Bürgerversicherung? Undsoweiter., undsoweiter.

    Es gibt so viele Themen, die sich zur Profilierung eignen. Und Schulz lässt sie alle liegen. Statt dessen flüchtet er sich auf Nachfragen zu vorgesehenen Verbesserungen in die Ankündigung kostenfreier Kita-Plätze. Den Mittelstandsbauch in der Steuerprogression ein wenig abflachen, ein bisschen Steuern auf Erbschaften und Vermögen, Kitas gebührenfrei – nichts Halbes und nichts Ganzes.

    Er kann es einfach nicht. Und jeder weiß das, auch die SPD-Vorstände. Und weil er es nicht kann, bleibt Mutti am Ruder. Nach der Wahl wird ihn wohl Andrea Nahles beerben. Ob die SPD mit ihr mehr Chancen hat, irgendwann einmal als Senior-Partner irgendeiner Koalition zu regieren, darf man getrost bezweifeln. Jetzt jedenfalls wird das nichts. Weil Martin Schulz es einfach nicht kann.

     

     

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Mit zunehmendem Alter manifestieren sich immer mehr Macken, Schrullen und Marotten. Hat er einmal den Ruhestand erreicht, scheint er überhaupt ganz überwiegend aus diversen kapriziösen Eigenarten zu bestehen.

    Ergänzt wird dieser offenbar unabwendbare Vorgang in vielen Fällen durch einen Hang zum Regelmäßigen. Auf wen das nicht zutrifft, der mag sich nicht angesprochen fühlen – bei mir ist es jedenfalls so. Unvorhersehbare Änderungen meines gewohnten Tagesablaufs erzeugen bei mir im günstigsten Fall Missstimmungen, können aber durchaus auch für Wutanfälle mit einem mitunter mich selbst erschreckenden Aggressionspotential verantwortlich sein. Meine Umgebung tut daher gut daran, mich von unangemeldeten Besuchen zu verschonen und getroffene Verabredungen, falls erforderlich, rechtzeitig mit ausreichendem zeitlichen Vorlauf abzusagen, soll mein Zorn nicht die Oberhand gewinnen.

    Dies vorausgeschickt, wird es vielleicht besser nachvollziehbar, was an einem sommerlichen Sonntagabend mit mir geschieht, wenn es zehn vor sieben wird – und die Lindenstraße nicht anfängt. Keine Ahnung, was die Fernsehmacher beim WDR sich dabei denken, derart massiv in meinen Ablauf einzugreifen, der nun immerhin schon im zweiunddreißigsten Jahr gleich ist. Und plötzlich kommt man auf die Idee, eine Sommerpause einlegen zu müssen.

    Es ist ja nicht so, dass es sich um eine Live-Produktion handeln würde, und man den Darstellern mal ein paar Wochen Urlaub gönnen müsste. Nein. Die Folgen werden alle im Voraus produziert. Wozu also die Sommerpause?

    Als Grund werden sinkende Zuschauerquoten angeführt, weil viele Menschen in Urlaub sind. So ein Quatsch! Die öffentlich-rechtlichen Sender bekommen gerade deshalb Jahr für Jahr Milliarden an zwangsweise eingetriebenen Rundfunkgebühren, damit sie frei sind vom Einfluss sinkender Werbeeinnahmen bei niedrigeren Quoten.

    Es mag Fälle geben, die eine Sommerpause rechtfertigen – wenn mir auch jetzt keine einfallen. Oliver Welke vielleicht. Der Bursche scheint ja von Natur aus stinkefaul zu sein, produziert er doch mit wer weiß wie vielen Helfern gerade mal ein mickriges Stündchen Sendezeit. Pro Woche! Wenn so einer einen überlangen Sommerurlaub braucht, kann man das ja beinahe noch verstehen, weil es zu ihm passt.

    Aber sonst? Ich sehe keinen wirklichen Grund, immer dann, wenn es wärmer wird, für Wochen und Monate die Arbeit einzustellen – mit den oben beschriebenen Folgen für meinen Gemütszustand. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es noch etliche weitere auf diese Art Geschädigte gibt, die sich im Sommer von morgens früh bis spät in die Nacht über die Flut an gebrauchten Sendungen ärgern. Denn auf allen Kanälen laufen Wiederholungen, Wiederholungen, Wiederholungen. Der heutige Tatort um viertel nach acht stammt – wen wundert’s? – aus 2008 und bietet also immerhin die Chance, dass ich vergessen habe, wer der Mörder ist. Anders als der Krimi vor ein paar Tagen, der 2016 gedreht wurde und erst vor einigen Monaten lief.

    Nun ließe sich ja noch anführen, dass man den Urlaubern nicht zumuten will, den Fortgang der Ereignisse in der Lindenstraße zu versäumen. Nun ja, wer will, kann sich verpasste Folgen ja in der Mediathek ansehen. Oder sie einfach aufzeichnen. Ich zum Beispiel kann meinen Videorekorder zu Hause auch von Singapur aus programmieren, ganz simpel mit dem Smartphone. Und außerdem: Was ist mit den Zuschauern aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen usw.? Dort sind die Ferien schon zur Hälfte vorbei, und viele kommen gerade wieder aus dem Urlaub zurück. Nur um festzustellen, dass es erstmal keine aktuellen Sendungen mehr gibt, weil den Erfindern der Sommerpause danach ist.

    Was bleibt neben dem ohnmächtigen Zorn über die Missachtung meiner Interessen als Gebühren zahlender Zuschauer, ist die ganz simple Forderung: Weg mit der Sommerpause!

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