Eine Frage der Moral

Guttenberg-Anhänger melden sich zu Wort – Peanuts oder Werteverfall?

Viersen (OPEN REPORT-kpl). Es gebe wichtigere Probleme zu lösen, als über die ihrer Meinung nach lässlichen Sünden des Verteidigungsmisiters Kart Theodor zu Guttenberg (CSU) zu diskutieren, meinen seine Anhänger, und finden sich zehntausendfach im Internet zusammen. Die Facebook-Seite «ProGuttenberg» generierte binnen kürzester Zeit fast 140 000 «Fans». Laut einer Emnid-Umfrage für «Bild am Sonntag» halten 57 Prozent der Deutschen nicht für einen Schwindler, während nur 28 Prozent das Gegenteil meinen.

Guttenberg bleibt im Amt – «Vorübergehender» Verzicht auf Doktortitel

Erklärung des Ministers nur vor «erlesenem» Journalistenkreis – Titelverzicht bis zum Ergebnis der Prüfung

Berlin (OPEN REPORT-kpl). Die Journalisten der Hauptstadt waren sauer: Verteidigungsminister Karl Theodor von und zu Guttenberg (CDU) verlas seine zweiminütige Erklärung vor einzelnen Redakteuren Fotografen und Kameraleuten, wie «stern.de» berichtet, innerhalb des Verteidigungsministeriums, während die Mehrheit der Medienvertreter vergebens in der Bundespressekonferenz (BKP) auf den Politiker warteten. Guttenbergs Sprecher Steffen Moritz verwies darauf, dass der Minister «in diesen Minuten» seine Erklärung vor «ausgewählten Medienvertretern» abgebe, die vor dem Gebäude gewartet hätten. Als Folge verließen die in der BPK sitzenden Journalisten fast vollständig den Saal.

Minister auf der Flucht

Verteidigungsminister zu Guttenberg (CSU) in Afghanistan – Lage zuhause immer prekärer

Viersen (OPEN REPORT-kpl). Es scheint inzwischen festzustehen, dass Verteidigungsminister Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg (CSU) ganze Passagen seiner Doktorarbeit ohne Quellenangabe von verschiedenen Autoren übernommen hat. Normal ist, dass die Opposition dieses gefundene Fressen nicht verschmäht. Normal ist auch, dass die Regierungskoalition ihn zunächst einmal energisch in Schutz nimmt.

Für Guttenberg eher ungewöhnlich ist, dass er sich der Auseinandersetzung entzieht. Während er ansonsten sein Image als zupackender und entscheidungsfreudiger Politprofi durch mitunter recht voreilige Entscheidungen untermauert, hat er sich diesmal aufgemacht zu einem Überraschungsbesuch bei den Bundeswehrsoldaten in Kundus. Nun ja, dieser Fall fällt ja auch ziemlich aus dem Rahmen, denn anders als sonst kann er niemanden für die Affäre verantwortlich machen oder gar seines Postens entheben.

Kommentar: Das Dilemma der Europäischen Union

Die europäische Außenpolitik verdient ihren Namen nicht - Foto: Europäische Union / europa.eu

Europa spricht vielstimmig – keine Linie, keine Haltung, keine Stimme

Viersen (OPEN REPORT-kpl). Europäische Regierungen sind selten wählerisch bei der Auswahl ihrer «Freunde». Zu sehr sind pragmatische Überlegungen zum Maßstab geworden, zu wenig lassen sich demokratisch gewählte Regierungen in der Praxis von ihren so gern hochgehaltenen Wertevorstellungen leiten. Peinlich bewusst wurde das zuletzt, als die «Untertanen» in Tunesien und Ägypten ihre Despoten verjagten. Die westlichen Regierungen versprachen nach eingem Herumeiern Unterstützung beim Aufbau von Demokratien in diesen Ländern. Zugleich fürchten sie das Entstehen weiterer islamistischer Religionsstaaten nach iranischem Vorbild. Ein klares «Ja» zur Demokratie also – aber nur, wenn die Wahlen so ausgehen, wie man sich das in Europa oder den USA wünscht?

Kolumne – Ein Sack Kartoffeln und Eintritt frei

Der Einladung von «Bauer Ewald» kann wohl niemand widerstehen

Heute lag die großzügige Einladung von Bauer Ewald im BriefkastenViersen (OPEN REPORT-kpl). Der heutige Tag begann mit einer freudigen Überraschung. Denn der Briefträger brachte Post von «Bauer Ewald». Zugegeben, ich kenne diesen Ökonomen nicht. Aber er offenbar mich. Warum sonst sollte er mir eine Einladung schicken?

Und noch dazu «Ihre persönliche Einladung zur Saisoneröffnung» – und zwar auf dem Hof von «Bauer Ewald» in Westfalen. Ich soll dort «Natur erleben» und einen Tag voller Überraschungen. Dazu gehören, so schreibt mir «Bauer Ewald», eine bäuerliche Tierschau, ein Freiwildgehege, ein Streichelzoo und Weißstörche und ich kann «Geburt und Pflege unserer Tiere hautnah» erleben. Damit nicht genug: «Bauer Ewald» will mir zehn Pfund Katoffeln schenken und ein Riesen-Schlemmer-Paket im Wert von «ca. 30 Euro». Außerdem soll ich Freunde und Bekannte mitbringen, die dann gleichermaßen verwöhnt werden.

Zu Guttenberg in der Verteidigung

Verteidigungsminister durch diverse Affären selbst in der Defensive – Zweifelhaftes Krisenmanagement

Viersen (OPEN REPORT-kpl). Mit Affären muss in der Bundeswehr immer gerechnet werden. Darum muss ein Verteidigungsminister in der Lage sein, mit ihnen umzugehen.

Ob Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) das wirklich kann, darf inzwischen bezweifelt werden. Schon sein Handling der Vorfälle um die Bombardierung des in Afghanistan entführten Tanklastzuges nährten derartigen Argwohn, als zu Guttenberg Staatssekretär Peter Wichert und Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan entließ, weil er sich nicht ausreichend informiert fühlte.

Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial

Gefällt es Ihnen hier im Blog? Bitte, sagen Sie es weiter :)