24PR.de – Satire: Sprachfehler helfen

*Et iss wie et iss.** *Die Kolumne von Klaus P. Lewohn*

Hochdeutsch unerwünscht – Dialekt plus Sprachfehler gut für Politiker-Karrieren

*Einem Fußball-Star kann man’s noch verzeihen – sind doch die Erwartungen an sonstige Befähigungen eher gering. So lösen dann verbale Ergüsse, meinetwegen von Loddarmaddäus oder Lukas Podolski, im Allgemeinen Heiterkeit aus, während Gleiches aus Politikermund eher Kopfschütteln und Unverständnis hervorruft. Bei mir zumindest.

Politiker, die keinen einzigen Halbsatz zustandebringen, ohne ihn mit ihrem speziellen Heimatdialekt einzufärben, dürfen nicht auf meine Nachsicht hoffen. Besonders schlimm wird es, wenn sich zu dem Unvermögen, halbwegs brauchbares Hochdeutsch in die Mikrofone zu sprechen, noch ein individueller Sprachfehler gesellt. Dann werden Politiker-Absonderungen mitunter schon mal richtig peinlich.

Jürgen Rüttgers (CDU) zum Beispiel zischelte sich fünf Jahre lang als Ministerpräsident durch Nordrhein-Westfalen, konnte kein «S» aussprechen, ohne die ersten drei Reihen seiner Zuhörer vollzuspucken. Dessen ungeachtet nutze er jede sich bietende Interview-Gelegenheit und zeigte sich so oft es nur irgendwie ging in Fernseh-Talkshows, um ein Millionen-Publikum an seiner Sprachbehinderung teilhaben zu lassen. Oder, äh, wie hieß er noch? Äh, Stoiber, äh, Edmund, genau, von der CSU. Weil bei ihm noch eine Fehlhaltung des Köpfchens dazukam, hatten die meisten vor allem Mitleid mit ihm; gelacht hat dann später kaum noch jemand, wenn er sich so verhaspelte, dass es selbst nicht mehr wusste, was er gerade gesagt hatte. Oder sagen wollte.

Und natürlich ist da auch Roland Profalla (CDU), dem mal endlich jemand raten sollte, sich besser seine Nasen-Polypen entfernen zu lassen. Einstweilen quäkt und nasalt er sich durch alle Talk- und Diskussionssendungen. Womöglich empfindet er das als sein ganz persönliches Markenzeichen. Und keiner sagt ihm, wie albern sich das anhört.

Der absolute Star unter den politischen Sprachkünstlern ist aktuell aber unser Wirtschaftsminister. Was Rainer Brüderle (FDP) so abliefert, ist Kabarett vom Feinsten. Wenn er uns die Vorzüge des „Waxumschleunugsetz“ erklären will, müsste die Tagesschau eigentlich den Text als Untertitel einblenden, mindestens aber auf Tafel 150. Beim ersten Mal Hören versteht man jedenfalls nichts. Keiner weiß, wie er’s macht. Lässt er einfach jede zweite Silbe weg, oder verschluckt er nur jede dritte? Das System ist absolut undurchschaubar, es muss ein anderer Trick sein. Wenn das so gewollt ist, ist die Masche genial.

Mehr: http://www.24pr.de/article/Sprachfehler+helfen/70426.htm

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