Merkel forever? Schulz kann es einfach nicht

Merkel forever? Schulz kann es einfach nichtKann es einfach nicht: Martin Schulz (SPD) - Foto: SPD

Mag sein, dass ich da etwas merkwürdig reagiere. Auf jeden Fall kann ich den Wortbeiträgen von Martin Schulz (SPD) schon deshalb nichts Staatstragendes abgewinnen, weil er sein Öcher Platt nicht zu Gunsten einer neutraleren, sprich: hochdeutschen Sprechweise in den Griff bekommt. Es fällt mir einfach schwer, jemand mit so einem lustigen Dialekt wirklich ernst zu nehmen.

Wenn er aber noch einmal irgendwas von „hacht achbeitenden Menschen“ faselt, werfe ich garantiert Gegenstände in den Fernseher, vermutlich meine Schlappen (die sind erfahrungsgemäß mattscheibenschonend). Wegen dem Öcher Platt zum einen, wegen der Inhaltsleere seiner Wortblasen zum anderen.

Da liegt nämlich das Problem: Er wollte eine Gerechtigkeitsdebatte lostreten – und ist auf dem Schoß von Angela Merkel (CDU) gelandet. Offenbar bin ich nicht der Einzige, der ihm seine Worthülsen nicht abkauft. Es klingt halt alles nach Blabla, und selbst das unterscheidet sich kaum von dem, was die CDU absondert. 

Martin Schulz hat es einfach versäumt, eine Diskussion über die wirklichen Probleme anzustoßen. Warum haben 40 Prozent der Haushalte heute ein geringeres Einkommen als vor 15 Jahren? Warum müssen 40 Prozent der Haushalte mehr als ein Drittel ihres Einkommens für die Kaltmiete bezahlen? Wo ist mal eine seriöse Berechnung zum Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“? Oder ein engagiertes Plädoyer für eine detailliert ausgearbeitete Bürgerversicherung? Undsoweiter., undsoweiter.

Es gibt so viele Themen, die sich zur Profilierung eignen. Und Schulz lässt sie alle liegen. Statt dessen flüchtet er sich auf Nachfragen zu vorgesehenen Verbesserungen in die Ankündigung kostenfreier Kita-Plätze. Den Mittelstandsbauch in der Steuerprogression ein wenig abflachen, ein bisschen Steuern auf Erbschaften und Vermögen, Kitas gebührenfrei – nichts Halbes und nichts Ganzes.

Er kann es einfach nicht. Und jeder weiß das, auch die SPD-Vorstände. Und weil er es nicht kann, bleibt Mutti am Ruder. Nach der Wahl wird ihn wohl Andrea Nahles beerben. Ob die SPD mit ihr mehr Chancen hat, irgendwann einmal als Senior-Partner irgendeiner Koalition zu regieren, darf man getrost bezweifeln. Jetzt jedenfalls wird das nichts. Weil Martin Schulz es einfach nicht kann.

 

 

Und der Planet dreht sich weiter
Wer braucht schon 'ne Sommerpause?

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