Gerd Sonnleitner geht – Bauern-Lobby wird bleiben

Nach dem Rückzug Gerd Sonnleitners wird sich an der Macht der Bauern-Lobby nicht viel ändern

Viersen (OPEN REPORT-kpl). Die gute Nachrticht vorweg: Gerd Sonnleitner, seit gefühlten 50 Jahren an der Spitze des deutschen Bauernverbandes, will 2012 nicht mehr kandidieren und sich mehr um seine Familie und seinen Hof kümmern.

Wann immer irgend etwas geschah, wodurch ein Landwirt finanziellen Schaden erleiden konnte, steckte Sonnleitner sofort seinen Kopf aus dem Salatfeld und rief unüberhörbar nach Geld. Steuergeld, versteht sich, mit dem die Branche aus vielen Töpfen europaweit gefördert wird wie keine andere.

Aktuell verlangt er mehr als die rund 210 Millionen Euro, die Brüssel den Bauern für die durch die EHEC-Krise erlittenen Ausfälle zahlen will. Natürlich, mag man denken, denn das ist ja inzwischen ein Automatismus. Man stelle sich vor, die Hersteller von, sagen wir mal: Federbetten, müssten massive Umsatzeinbußen hinnehmen, weil in Berlin oder Brüssel beschlossen wird, die Verwendung von Gänsedaunen zu verbieten. Unvorstellbar, dass die Federbetten-Lobby nun einen Ausgleich der zu erwartenden Ausfälle erreichen könnte.

Das ist bei den Bauern ganz anders – auch dank der mit penetranter Hartnäckigkeit durch Sonnleitner verlangten Unterstützungen für seinen Berufsstand. Die dann ja auch stets reichlich fließen, in seinen Augen aber immer zu niedrig sind.

Jetzt geht er also. Wer aber hofft, künftig von dem Geschrei nach mehr Geld für die Bauern verschont zu bleiben, dürfte enttäuscht werden. Denn, und das ist die schlechte Nachricht, es wird sich gewiss ein anderer Agrar-Ökonom finden, der in seine gut ausgetretenen Lobbyisten-Fußstapfen tritt.

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