Was lernen wir aus der Atomkatastrophe? Nichts.

Heftige Attacken auf Laufzeitverlängerungen zu erwarten – Ausreden vorhersehbar

Viersen (OPEN REPORT-kpl). Noch ist nicht absehbar, welches Ausmaß die Katastrophe in den japanischen Atomanlagen letztendlich hat, wie viele Menschen durch das Unglück noch zu Schaden kommen oder schon gekommen sind. Fest steht aber jetzt bereits, dass nun die Diskussion um die Nutzung von Atomkraft befeuert wird.

Grüne, Greenpeace sowie andere Umweltschützer und Aktivisten werden jetzt mit Nachdruck die Rücknahme der Laufzeitverlängerungen in Deutschland verlangen. Mit Recht, wenn man die Sachlage bedenkt. So sicher das ist, so vorhersehbar sind die Ausflüchte, die von der Atomlobby und den mit ihr verbandelten Politikern dagegen gesetzt werden. Eines davon wird etwa lauten: „So etwas kann doch bei uns gar nicht passieren.“

Deutschland ist nicht derart Erdbeben gefährdet wie Japan, das ist sicherlich wahr. Aber wer will denn dafür garantieren, dass Angriffe, zum Beispiel durch Terroristen, nicht auch hier bei uns eine ähnliche Nuklearkatastrophe auslösen können? Wer will letztlich vorhersehen, ob andere Naturgewalten nicht Ähnliches bewirken können?

Die Atomindustrie wird alles daran setzen, ihre Pfründe zu behalten, und sie wird willfähige Helfer in der Politik finden; Unbelehrbare, die aus Gründen, die man nur vermuten kann, zu Handlangern der Profitgier werden.

Dabei ist in anderen Bereichen, zum Beispiel der Genforschung, längst akzeptiert, dass nicht alles erlaubt werden muss, was machbar erscheint. Dass es Grenzen gibt, die der Mensch nicht überschreiten sollte, ist allgemein gültige Erkenntnis – gestritten wird darüber, wo, nicht unbedingt darüber, dass.

Ganz anders wird es sein, wenn es um die Abschaltung der Kernkraftwerke geht. Die meisten Länder, in denen Kernkraft genutzt wird, werden einfach so weitermachen wie bisher. Die in Deutschland zu erwartende, erneute Auseinandersetzung wird geprägt sein von falschen Behauptungen, beispielsweise über die Unabdingbarkeit von Atomkraft für die Stromversorgung, und schlichter Geldgier. Denn nirgendwo können Energiekonzerne so schnell so viel Geld verdienen wie mit Kernkraftwerken, deren Laufzeiten verlängert werden. Die Unbeherrschbarkeit der Natur und die anderen, durchaus realen Risiken wird man beiseite schieben – alles wie gehabt.Es ist nicht zu erwarten, dass die interessierten Kreise plötzlich beginnen, Respekt vor dem menschlichen Leben zu entwickeln.

Wenn also – wieder einmal – die Profitinteressen über das Recht der Menschen auf Unversehrtheit obsiegen, dann liegt das daran, dass es zu viele und zu mächtige Helfershelfer an den entscheidenden Schaltstellen der Politik gibt, dass der Einfluss der Lobbyisten ein inzwischen nicht mehr erträgliches Ausmaß erreicht hat.

Derartigen Machtmissbrauch kann nur der Wähler beenden. Und der allein bleibt die einzige Hoffnung.

Dieser Artikel ist auch zu lesen bei 24PR.de.

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