Kolumne – Ein Sack Kartoffeln und Eintritt frei

Der Einladung von «Bauer Ewald» kann wohl niemand widerstehen

Heute lag die großzügige Einladung von Bauer Ewald im BriefkastenViersen (OPEN REPORT-kpl). Der heutige Tag begann mit einer freudigen Überraschung. Denn der Briefträger brachte Post von «Bauer Ewald». Zugegeben, ich kenne diesen Ökonomen nicht. Aber er offenbar mich. Warum sonst sollte er mir eine Einladung schicken?

Und noch dazu «Ihre persönliche Einladung zur Saisoneröffnung» – und zwar auf dem Hof von «Bauer Ewald» in Westfalen. Ich soll dort «Natur erleben» und einen Tag voller Überraschungen. Dazu gehören, so schreibt mir «Bauer Ewald», eine bäuerliche Tierschau, ein Freiwildgehege, ein Streichelzoo und Weißstörche und ich kann «Geburt und Pflege unserer Tiere hautnah» erleben. Damit nicht genug: «Bauer Ewald» will mir zehn Pfund Katoffeln schenken und ein Riesen-Schlemmer-Paket im Wert von «ca. 30 Euro». Außerdem soll ich Freunde und Bekannte mitbringen, die dann gleichermaßen verwöhnt werden.

Aus der Küche von «Bauer Ewald» gibt es leckeres und reichhaltiges Essen («Achtung Riesenportionen!!»). Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, führt der «Schlagerstar Berry Cline» durch das Unterhaltungsprogramm mit Tombola. Wer dieser Schlagerstar ist, weiß ich im Moment nicht; vielleicht hat er seine Berühmtheit ja auch nur woanders erlangt, in Albanien oder Timbuktu womöglich, ist ja auch egal. Da sollte man nicht so pingelig sein, wenn «Bauer Ewald» das schon alles für mich bezahlt. Und er will, das scheint mir nicht mehr als recht und billig, nur zwölf Euro neunzig für die Fahrtkosten. Weil er mich sogar mit dem Bus abholen und zurückbringen lassen will.

Wenn ich nur wüsste, woher ich «Bauer Ewald» kenne! Mit zunehmendem Alter habe ich immer größere Probleme mit dem Erinnern an Namen und Personen. Oder ob «Bauer Ewald», der Gedanke kommt mir für einen kurzen Moment, einfach die Adressen von Leuten kauft, die nicht mehr die jüngsten sind, um sie seiner Barmherzigkeit teilhaftig werden zu lassen? Das wäre natürlich eine Erklärung.

Jetzt hat die Sache für mich nur einen Haken: An dem Donnerstag, an dem ich «Bauer Ewald» besuchen soll, kann ich nicht. Vielleicht sollte ich ihm das schreiben. Ob er mir den Sack Kartoffeln dann zuschickt?

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One Thought to “Kolumne – Ein Sack Kartoffeln und Eintritt frei”

  1. Sporti1200

    Hallo Herr Lewohn,
    bestimmt haben sie überlesen, daß es das Schlemmerpaket nur nach Teilnahme einer kurzen Verkaufsveranstaltung gibt.
    Diese Veranstaltung dauert bis 14 Uhr und trägt alle Merkmale einer üblen Kaffeefahrt..
    Ich habe eine letztes Jahr mitgemacht und habe mich im höchsten Maße darüber geärgert, wie der Verkaufsleiter mit allen psychologischen Tricks die Leute zum Kauf von Matratzen genötigt hat. (ca.800 Euro)
    Das Bauernmuseum ist auch heruntergekommen, alles unter einer dicken Staubschischt, und wenn man sich die Tierhaltung dort ansieht, hat man auch keine Lust mehr anschließend dort zu essen.
    Zur weiteren Information ein Film von mir:

    Fahren Sie mal hin, sie werden sehen was da wirklich passiert und überdenken Sie bitte Ihren Beitrag.

    MfG.
    Sporti1200

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