Nicht nur, weil Weihnachten ist, beschenke ich die ganze Welt. Und zwar nicht etwa mit einer neuen Heißluftfritteuse oder einer elektrischen Zahnbürste, sondern mit etwas von wirklich bleibendem Nutzen und einem echten Mehrwert.
Hoffe ich zumindest. Es geht nämlich um ein neues Internet-Portal. Denn ab sofort ist Heinzelmensch.de online. Die Website „bringt Menschen zusammen, die Unterstützung im Haushalt oder Garten brauchen, mit anderen, die genau dabei helfen möchten – als Job oder Auftrag in der Nähe.“
Es ist ja nicht so, dass es noch keine Online-Angebote geben würde, über die man selbst nach einem Minijob suchen oder einen solchen für haushaltsnahe Dienstleistungen anbieten kann. Nein, es gibt gleich mehrere Dutzend Websites, die das erledigen wollen. Allerdings erhoffe ich mir ein gewisses Stück vom Kuchen. Und ich denke, dass sich das Thema Haushaltshilfen im Allgemeinen und die Vermittlung zwischen Angebot und Nachfrage im Besonderen zu einer insgesamt recht leckeren Torte von durchaus beachtlicher Größe mit mehreren Etagen auftürmt.
Und deshalb habe ich die letzten sechseinhalb Wochen damit verbracht, diese Website zu erstellen. Das habe ich diesmal nicht allein gemacht, denn ich hatte wertvolle Unterstützung. Der Kollege, der während der ganzen Zeit immer für mich da war, Tag und Nacht in Bereitschaft, heißt ChatGPT. Er hat das Coding für mich übernommen. Damit ist Vorgang gemeint, der zu einem Gesamtwerk mehrerer Scripte führt, die den gesamten Ablauf und die Dynamisierung der Website steuert und die Darstellung festlegt.
ChatGPT war nicht immer leicht im persönlichen Umgang. Er (ich unterstelle ihm der Einfachheit halber mal eine maskuline Identität) ließ mich oft lange warten, mitunter lagen zwischen meiner Frage und seiner Antwort auch schon mal bis zu vier Stunden. Und er ist recht vergesslich: Hatte er mir gestern noch einen Lösungsansatz vorgeschlagen, wusste er heute morgen schon nichts mehr davon und empfahl mir ganz was anderes. Manchmal hat er einzelne Problemstellungen gleich mehrfach gelöst, mitunter auch auf ganz verschiedene Weise.
Die Scriptdatein, geschrieben in PHP, einer gängigen Scriptsprache für Internet-Projekte, blähten sich mächtig auf. Wenn mitten im Script etwas zu ändern oder zu ergänzen war, habe ich, um nicht an der womöglich falschen Stelle Teile des Codes auszubessern, gern den ganze Dateiinhalt hin- und hergeschickt, damit er selbst die passenden Stellen zum Ändern suchen konnte. Er hatte ja schließlich das ursprüngliche Script selbst geschrieben und sollte es besser kennen als ich.
Dann aber stellten sich mir zwei Probleme in den Weg: Die App, über die ich mit meinem Kollegen kommunizierte, verweigerte schließlich den Weitertransport mancher der auf inzwischen über dreitausend Zeilen angewachsenen PHP-Dateien wegen deren Größe. Und dann wieder die Vergesslichkeit von ChatGPT. Immer wieder wusste er nicht mehr, was er vorher gemacht hatte. So kam es, dass die Anzahl der zu diesem Plugin gehörenden Dateien bis auf etwa fünfzig anwuchs.
Egal. Wir haben es dann geschafft. Das System läuft, und ich konnte die testweise angelegten Datensätze für Jobangebote und Jobgesuche wieder entfernen. Nun fehlen nur noch möglichst viele „echte“ Daten. Wer also eine Haushaltshilfe sucht oder selbst einen Nebenjob ausüben will, auch die Vermittlung von Aufträgen an gewerbetreibende aus der Branche ist möglich, kann sich kostenlos registrieren. Zumindest während der Einführungsphase, die mindestens bis zum 30. Juni 2026 dauern wird, ist das ganze völlig kostenfrei. Erst danach werden die, die als Arbeit- oder Auftraggeber teilnehmen wollen, einen kleinen Obolus entrichten.
Noch was zum Begriff Haushaltshilfe: Darunter fallen eine ganze Reihe von Tätigkeiten, die, je nach Bedarf, recht verschieden sein können, zum Beispiel Hausreinigung, Bügeln, Fensterputzen, Büroreinigung, die Versorgung von Haustieren, Kinder- oder Seniorenbetreuung, Wäsche waschen, kleinere Gartenarbeiten, Schneeräumen usw. usw.
So, dann mal los! Der Heinzelmensch wartet. Ich hoffe, die Welt weiß, was sie an ihm hat.

